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Deutsches Ärzteblatt - Aktuelles

Bundesregierung sieht in der Genommedizin großes Potenzial

Wed, 16 Oct 2019 15:59:00 +0200

Berlin – Medizinische Genomsequenzierungen haben der Bundesregierung zufolge das Potenzial, die Gesundheitsversorgung nachhaltig...



DAK-Gesundheit für Umbau der Pflegeversicherung

Wed, 16 Oct 2019 15:54:00 +0200

Berlin – 25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung hat die DAK-Gesundheit eine grundlegende Reform zur finanziellen...



Spahn will Jugendliche vor Werbung für Schönheits-OPs schützen

Wed, 16 Oct 2019 14:12:00 +0200

Berlin – Ein erweitertes Werbeverbot soll Jugendliche nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stärker vor unnötigen...



Rheinland-Pfalz sieht Bund bei Förderung der Geburtshilfe in Pflicht

Wed, 16 Oct 2019 14:04:00 +0200

Mainz – Rheinland-Pfalz hat den Bund zu mehr Engagement für die Stärkung der Geburtshilfe aufgerufen. Bundesweit schlössen in...



Hessens Verbraucherschutzministerin räumt Unstimmigkeiten bei Wilke-Kontrolle ein

Wed, 16 Oct 2019 13:55:00 +0200

Wiesbaden/Korbach – Der für die Lebensmittelüberwachung beim Wursthersteller Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg soll...



Bundesregierung will finanzielle Hilfen für Gewaltopfer verbessern

Wed, 16 Oct 2019 13:54:00 +0200

Berlin – Opfer von Gewalttaten sollen Leistungen künftig schneller und zielgerichteter als bisher erhalten. Das ist das Ziel...



bundesaerztekammer

Bundesärztekammer

Berlin: Klimakrise: Ärzt*innen- und Hilfsorganisationen warnen gemeinsam mit Greenpeace vor humanitärer Katastrophe

Wed, 16 Oct 2019 11:50:39 +0200

 

Berlin - Weitreichende Maßnahmen zu treffen, um eine Erderwärmung über 1,5 Grad Celsius und die dramatischen Folgen zu verhindern – dazu haben Hilfs- und Ärzt*innenorganisationen in einem gemeinsamen Appell die Bundesregierung und die Regierungen anderer Industriestaaten aufgefordert. Die Organisationen veröffentlichen den Aufruf anlässlich des Humanitären Kongresses am 17. -18. Oktober in Berlin.

 

Berlin - Weitreichende Maßnahmen zu treffen, um eine Erderwärmung über 1,5 Grad Celsius und die dramatischen Folgen zu verhindern – dazu haben Hilfs- und Ärzt*innenorganisationen in einem gemeinsamen Appell die Bundesregierung und die Regierungen anderer Industriestaaten aufgefordert. Die Organisationen veröffentlichen den Aufruf anlässlich des Humanitären Kongresses am 17. -18. Oktober in Berlin.

Stürme, Dürre, Vertreibungen: „Als humanitäre Organisationen erleben wir täglich, wie Umweltfaktoren humanitäre Notsituationen verschlimmern“, heißt es in dem gemeinsamen Statement von Ärzte der Welt, dem Deutschen Roten Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, der Ärztekammer Berlin und Greenpeace.

Die Klimakrise ist nach Auffassung der Organisationen nicht nur eine ökologische, sondern auch eine humanitäre Katastrophe, deren Folgen bereits heute weltweit spürbar sind. Menschen, die ohnehin von Armut, Krankheit, extremen Wetterverhältnissen sowie einer unsicheren Ernährungssituation betroffen sind, litten besonders unter den Folgen des Klimawandels und seien auch in Zukunft am stärksten davon bedroht, so die Organisationen.

Sie kritisieren, dass Industriestaaten die von der Erderwärmung besonders betroffenen Menschen jedoch allzu häufig im Stich ließen. Dabei seien es vor allem die reichen Länder des Globalen Nordens, die das Klimaproblem mit ihrem enorm hohen CO2-Ausstoß der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich verursacht hätten. 

Klimawandel und Umweltzerstörung entgegenzutreten, sei eine gemeinsame Verantwortung aller Staaten. Hier sehen die Organisationen auch die Bundesregierung in der Pflicht: Die Bundesrepublik müsse ihre eigenen Emissionen viel stärker als geplant reduzieren und zugleich ärmere Länder dabei unterstützen, sich gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu wappnen und ihre Wirtschaft klimafreundlich weiterzuentwickeln. 

Als Beispiele für die zerstörerischen Auswirkungen der Erderwärmung führen die Organisationen unter anderem die Wirbelstürme an, die Mosambik zu Beginn des Jahres verwüstet haben. Erstmals in der Geschichte des Landes wurde Mosambik in einer Saison von zwei Zyklonen heimgesucht. Für viele Menschen weltweit bedeuten die Klimaveränderungen außerdem Wassermangel und Hunger – etwa für die Bevölkerung der Region um den Tschadsee in der Sahelzone, einst einer der größten Seen Afrikas. Durch die steigenden Temperaturen und häufigere Überschwemmungen ist zudem in vielen Ländern der Welt das Risiko gewachsen, sich mit durch Wasser übertragene Krankheiten wie Cholera und durch Insekten übertragene Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und die Lyme-Krankheit zu infizieren. Bis 2050 könnte laut der Internationalen Organisation für Migration die Zahl der Menschen, die aufgrund von klimabedingten Wetterveränderungen ihre Heimat verlassen müssen 200 Millionen erreichen. 

Um die immensen humanitären Folgen der Klimakrise in Zukunft bewältigen zu können, wird eine beispiellose kollektive Anstrengung nötig sein. Auch deshalb haben sich die Organisationen zu einem gemeinsamen Signal entschlossen. 

www.aerztekammer-berlin.de

 



Hessen: Mit Impfstoffen und Hygienemaßnahmen: Der Grippe keine Chance geben

Wed, 16 Oct 2019 08:41:45 +0200

 

Frankfurt - Der Regen peitscht welkes Laub von den Bäumen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken – der nasskalte Herbst ist da und mit ihm die jährliche Gefahr, sich mit dem Grippevirus zu infizieren. Deshalb ruft die Landesärztekammer Hessen auch in diesem Jahr zur Grippeschutzimpfung auf.

 

Frankfurt - Der Regen peitscht welkes Laub von den Bäumen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken – der nasskalte Herbst ist da und mit ihm die jährliche Gefahr, sich mit dem Grippevirus zu infizieren. Deshalb ruft die Landesärztekammer Hessen auch in diesem Jahr zur Grippeschutzimpfung auf. Dabei sei es wichtig, eine gewöhnliche Erkältung von der echten Grippe (Influenza) zu unterscheiden, erklärt der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski. „In der Regel klingen die auf eine Erkältung zurückgehenden Symptome wie Kratzen im Hals, Husten, Schnupfen und leichtes Fieber nach einer Woche wieder ab. Dagegen handelt es sich bei der Influenza um eine schwerwiegende virale Erkrankung, die im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen kann.“ Den effektivsten Schutz dagegen bietet die Grippeschutzimpfung.

Allein in der letzten Influenza-Saison 2018/2019 gab es 3,8 Millionen grippebedingter Arztbesuche und 2,3 Millionen Influenza-aussoziierter Arbeitsunfähigkeiten. Insgesamt registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) rund 182.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle (Zeitraum 40. Kalenderwoche 2018 - 20. Kalenderwoche 2019). Davon waren rund 40.000 Fälle hospitalisiert. Am stärksten betroffen war erneut die Altersgruppe der über 60-Jährigen. Auch wenn die Zahl der grippebedingten Todesfälle für die laut RKI „moderate“ Welle 2018/19 noch nicht vorliegt, ist es wichtig, das Risiko einer Infektion jedes Jahr ernst zu nehmen. „Die Eigenschaften der Grippeviren verändern sich von Saison zu Saison. Da die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Influenza-Virustypen neu entwickelt werden muss, ist es notwendig, die Impfung jedes Jahr zu erneuern“, betont Pinkowksi.

Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt das RKI, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Anschließend müssen 10 bis 14 Tage vergehen, bis sich der Schutz vollständig aufgebaut hat. Allerdings kann es noch zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle sinnvoll sein, die Schutzimpfung nachzuholen, da sich die Dauer der Welle nicht vorhersagen lässt.

www.laekh.de

Nachdem in der Influenzasaison 2017/18 der bis dahin gängige Dreifach-Grippeimpfstoff nur bedingten Schutz bot (Influenza-B-Viren aus der Yamagata-Linie waren nur von der Vierfachversion abgedeckt) und es in der vergangenen Saison 2018/19 zu Lieferengpässen des nun vierfachen Impfstoffs kam, scheint dem diesjährigen Grippeschutz nichts im Wege zu sein: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bereits 16,5 Millionen Impfdosen freigegeben. Während bis Ende November weitere Chargen dazukommen sollen, waren in der gesamten Vorsaison nur 15,7 Millionen Impfdosen freigegeben worden.

Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen einer Grippeerkrankung, die bis zu einer Lungenentzündung nach einer durch die Grippeviren verursachten Schädigung reichen können, stellen vor allem für Personen mit Grunderkrankungen und Ältere ein hohes Risiko dar. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI rät die Landesärztekammer Hessen vor allem Menschen über 60 Jahren, aber auch Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens sowie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen zu der Grippeschutzimpfung. Darüber hinaus sollten sich auch Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal und Menschen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt
lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können, impfen lassen. Seit Juli 2010 empfiehlt die STIKO die Grippeschutzimpfung außerdem für Schwangere (ab dem 2.  Schwangerschaftsdrittel der Schwangerschaft und bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bereits ab dem 1. Drittel).

„Da die Grippeschutzimpfung bei Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem unter Umständen keinen hundertprozentigen Schutz bietet, sollten weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Infektionsrisiko für sich und die Ansteckungsgefahr für andere zu mindern“, so Pinkowski. „Generell ist es wichtig, zu Menschen mit Atemwegsinfektionen Abstand zu halten und sich gründlich die Hände zu waschen!“

 



Bayern: Gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung

Tue, 15 Oct 2019 10:06:54 +0200

 

München - „Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) spricht sich gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Bereich aus“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der BLÄK.

 

München - „Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) spricht sich gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Bereich aus“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der BLÄK.

Der 78. Bayerische Ärztetag hatte am 13. Oktober 2019 nach eingehender Diskussion beschlossen, den Ärzte-Appell „Rettet die Medizin!“ in der Ausgabe des Nachrichtenmagazins stern vom 9. September 2019 zu unterstützen und zu unterzeichnen. Der Appell richtet sich „Gegen das Diktat der Ökonomie in unseren Krankenhäusern“. Die Forderungen im Detail:
 
1. Das Fallpauschalensystem müsse ersetzt oder zumindest grundlegend reformiert werden.
2. Die ökonomisch gesteuerte gefährliche Übertherapie sowie Unterversorgung von Patienten müssten gestoppt werden. Dabei bekenne man sich zur Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns.
3. Der Staat müsse Krankenhäuser dort planen und gut ausstatten, wo sie wirklich nötig seien. Das erfordere einen Masterplan und den Mut, mancherorts zwei oder drei Kliniken zu größeren, leistungsfähigeren und personell besser ausgestatteten Zentren zusammenzuführen.
 
Kritisiert wurde in der Aussprache am 78. Bayerischen Ärztetag jedoch das „wording“ des „stern-Appells“, der an einigen Stellen einfach zu provokant formuliert sei. Insbesondere die Sätze: „Aber auch manche Ärztinnen und Ärzte selbst ordnen sich zu bereitwillig ökonomischen und hierarchischen Zwängen unter. Wir rufen diese auf, sich nicht länger erpressen oder korrumpieren zu lassen“, ließen Fehlinterpretationen zu. Ein weiterer Kritikpunkt sei, dass der ambulante Sektor in diesem „stern-Appell“ gar nicht vorkomme.

www.blaek.de

 



Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag – Tag 2 der Arbeitstagung

Sun, 13 Oct 2019 10:11:00 +0200

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am zweiten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zum Impfen, zur psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten und zur Reisekostenordnung.

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am zweiten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zum Impfen, zur psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten und zur Reisekostenordnung.

Impfen
Der 78. BÄT forderte die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen (GKV und PKV) sowie die zuständigen Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und die Politik auf, kurzfristig die Rahmenbedingungen für eine jährliche honorierte ärztliche Beratung zum Impfstatus zu schaffen. Diese „ergebnisoffene Impfberatungsziffer“ müsse ausreichend honoriert und dürfe in diesem Fall nicht direkt an eine Impfleistung gekoppelt sein, so der Beschlusstext. Die Delegierten forderten darüber hinaus die rasche Einführung und Förderung einer evidenzbasierten Impfsoftware als „Decision-Support-System“ und mit einem entsprechenden individualisierten Recall-System. Parallel dazu müssten die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, für die Patienten einen kostenlosen elektronischen Impfpass, der an die Impfpraxis gebunden und mit einem individuellen Erinnerungssystem verbunden ist, kurzfristig etablieren zu können.

Psychische Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten
Das neue Genfer Gelöbnis verpflichtet Ärztinnen und Ärzte zur Wahrung ihrer eigenen Gesundheit. Dazu gehöre auch die psychische Gesundheit. Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) unterstützt im Sinne eines salutogenetischen Ansatzes ihre Mitglieder durch den Aufbau eines Netzwerkes zur psychosozialen Unterstützung. In Zusammenarbeit mit dem Verein Psychosoziale Kompetenz und Unterstützung in der Akutmedizin (PSU-Akut) soll ein bayernweites System zur psychosozialen Unterstützung in traumatisierenden Situationen für Ärztinnen und Ärzte in allen Tätigkeitsbereichen geschaffen werden. Dazu zähle insbesondere die Ausbildung der dafür notwendigen Peers, die Erarbeitung und Implementierung von Einsatzkonzepten, die systematische Weiterentwicklung von Betreuungsstrukturen und Schutzmaßnahmen sowie die kontinuierliche Evaluation dieser Aktivitäten. Hierüber soll jährlich dem BÄT berichtet werden.

Reisekostenordnung
Die Delegierten beschlossen eine Änderung der Reisekostenordnung: Für jeden zurückgelegten Kilometer werden in Zukunft nur noch
0,40 Euro statt bisher 0,70 Euro, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel, erstattet. Hierbei soll das ökologisch günstigste Verkehrsmittel gewählt werden. Die Delegierten wollten damit ein Zeichen in der Diskussion um den fortschreitenden Klimawandel setzen. Funktionsträger und Delegierte der BLÄK sollen für Reisen im Auftrag der BLÄK grundsätzlich das Verkehrsmittel wählen, das die Umwelt am wenigsten belastet.

www.blaek.de

 



Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag (BÄT) – Weiterbildung

Sun, 13 Oct 2019 10:05:00 +0200

 

München - Auch eine Verlängerung der Übergangsbestimmungen im Gebiet Allgemeinmedizin („Quereinstieg“) haben die Delegierten auf dem 78. BÄT beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass der sogenannte „Quereinstieg“ in die Allgemeinmedizin nochmals um drei Jahre verlängert wird – bis 31. Mai 2023.

 

München - Auch eine Verlängerung der Übergangsbestimmungen im Gebiet Allgemeinmedizin („Quereinstieg“) haben die Delegierten auf dem 78. BÄT beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass der sogenannte „Quereinstieg“ in die Allgemeinmedizin nochmals um drei Jahre verlängert wird – bis 31. Mai 2023. Durch einen Beschluss des 71. BÄT von 2012 wurde im Gebiet Allgemeinmedizin eine Übergangsbestimmung eingeführt, die es Fachärzten aus einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung ermöglicht, bei Erfüllung der festgelegten zeitlichen und inhaltlichen Voraussetzungen zur Prüfung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zugelassen zu werden. Diese Möglichkeit wird jedes Jahr vermehrt genutzt, wie die Zahlen belegen. 2014: 1, 2015: 4, 2016: 28, 2017: 35, 2018: 48, 2019: 47 (Stand: September 2019). Damit haben bis heute in Bayern 163 Ärztinnen und Ärzte den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin gewagt. „Aufgrund der großen Inanspruchnahme, der hohen gesundheitspolitischen Relevanz der hausärztlichen Versorgung und dem steigenden Bedarf an Allgemeinmedizinern empfehle ich, diese Fristen erneut für einen Zeitraum von drei Jahren zu verlängern“, so der Text.

Die Delegiertenversammlung hat ebenso den Weg für die Einführung von zwei neuen Zusatz-Weiterbildungen freigemacht. Die Zusatz-Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erkennung, Behandlung und Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie von Erkrankungen, die durch angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen hervorgerufen sind. „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ heißt eine weitere neue Zusatzbezeichnung. Diese umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erstdiagnostik und Initialtherapie von Notfall- und Akutpatienten im Krankenhaus sowie die Indikationsstellung und Koordination der weiterführenden fachspezifischen Behandlung in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Der vom BÄT eingesetzte „Temporäre Ausschuss zur Umsetzung der (Muster-)Weiterbildungsordnung“ sah Handlungsbedarf hinsichtlich einer zeitnahen Einführung der beiden Zusatz-Weiterbildungen. „Da diese Zusatz-Weiterbildung bereits in den Kammerbereichen Berlin und Niedersachsen (Ernährungsmedizin) bzw. Berlin und Rheinland-Pfalz (Klinische Akut- und Notfallmedizin) eingeführt wurden und sich bewährt haben, ist auch die Einführung in derzeit geltendes bayerisches Weiterbildungsrecht problemlos möglich“, so der Antragstext.
 
Darüber hinaus entschieden sich die Delegierten für eine umfänglichere Facharztprüfung für Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten.

www.blaek.de

 



Bayern: 78. Bayerischer Ärztetag – Tag 1 der Arbeitstagung

Sat, 12 Oct 2019 10:00:00 +0200

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am ersten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zu Klimaschutz, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Anzahl der Studienplätze und Gesundheits-Apps.

 

München - Der 78. Bayerische Ärztetag (BÄT) fasste am ersten Tag der Arbeitssitzung in München unter anderem Beschlüsse zu Klimaschutz, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Anzahl der Studienplätze und Gesundheits-Apps.

Klimaschutz
Die bayerische Ärzteschaft bekennt sich zu den Zielen des weltweiten Klimaschutzes, wie sie 196 Staaten am 12. Dezember 2015 in Paris in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag beschlossen haben und dem auch die Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist. Der BÄT sieht darin den Einstieg in eine nachhaltige Ressourcennutzung und fordert die Politik auf, alles Notwendige zu tun, um diese Ziele zu erreichen. Das Bemühen um die natürlichen Lebensgrundlagen sei zutiefst im ärztlichen Tun verankert. Verantwortlicher Umgang mit der Umwelt sei originäre ärztliche Aufgabe, diene dem direkten Gesundheitsschutz und sichere eine gesunde Umwelt für die Nachfahren.

Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung
Der 78. BÄT sprach sich einstimmig gegen die Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Versorgungsbereich aus.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Der 78. BÄT forderte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) auf, sich über den Bundesrat für eine im Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu verankernde obligatorische Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Struktur- und Vorhaltekosten des Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) entsprechend ihrem Versicherungsanteil einzusetzen. In der Begründung zu dieser Entschließung heißt es: „Außerhalb der üblichen Praxiszeiten können sich auch Privatpatienten mit dringendem Behandlungsbedarf an den Bereitschaftsdienst wenden. Die Logistikkosten für den ärztlichen Bereitschaftsdienst werden ausschließlich von den KVen bzw. den niedergelassenen Vertragsärzten finanziert. An den Vorhaltekosten beteiligt sich die PKV bislang nicht.“

Zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin
Die Delegierten begrüßten die bisherigen Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung, zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin zu schaffen und forderten den Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auf, seinen Anteil zu liefern, damit die Zahl von 17.000 Studienplätzen für Humanmedizin in Deutschland erreicht werden könne. Vor der deutschen Wiedervereinigung gab es in Westdeutschland jährlich zirka 12.600 Studienplätze für die Aufnahme des Humanmedizinstudiums. In der ehemaligen DDR waren es rund 4.000. 2017 gab es in Deutschland nur noch 10.625 Plätze für das Humanmedizinstudium (Erstsemester). Um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken sei es ganz wesentlich, dass die Zahl der Medizinstudienplätze umgehend erhöht werde.

Strukturqualität bayerischer Akutkliniken
Der 78. BÄT forderte das StMGP auf, in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften Vorgaben zur Strukturqualität bayerischer Akutkliniken verbindlich festzulegen. Zur Sicherstellung einer zeitgemäßen Notfallversorgung müssten insbesondere Patientinnen und Patienten mit Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Polytraumata, Sepsis oder plötzlicher Kreislaufstillstand rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres leitliniengerecht versorgt werden können. Die leitliniengerechte Versorgung von Kindern mit einer der obigen Diagnosen soll ebenfalls rund um die Uhr sichergestellt sein. Die personellen und materiellen Vorhaltekosten seien als Bestandteil der Daseinsvorsorge den Akutkliniken unabhängig von allen anderen Entgeltsystemen vollständig zu erstatten.

Drogenschutzräume
Die Delegierten forderten die Bayerische Staatsregierung auf, bayernweit Drogenkonsumräume zuzulassen und den notwendigen Personalaufwand staatlicherseits zu fördern. Die Anzahl der Drogentoten in Bayern steige stetig. Hauptursache seien nach wie vor Vergiftungen durch Opioide, wie beispielsweise Heroin. In einigen Bundesländern sei durch die Errichtung von sogenannten „Fixerstuben“ die Anzahl der Drogentoten reduziert worden. Drogenabhängigkeit sei eine Krankheit. Kranke bräuchten Hilfe und keine Stigmatisierung.

Patientensicherheit Gesundheits-Apps
Das Ärzteparlament forderte den Gesetzgeber auf, keine gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, die es gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen ermögliche, Gesundheits-Apps zu verordnen. Für die Entwicklung von Apps und Telemedizin dürften keine Versichertengelder im Vorwegabzug im alleinigen Ermessen der Krankenkassen bzw. Versicherungen und ohne Einbeziehung ärztlichen Sachverstands eingesetzt werden. Die Innovationsführerschaft und Versorgungsverantwortung in der digitalen Versorgung dürfe nicht einzig und allein den Kostenträgern übertragen werden.

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